Körperfettwaagen im Test

Montag, 4. Juni 2012
Körperanalysewaagen sind beliebt zur Trainingskontrolle

Fett ist für viele Sportbegeisterte der Erzfeind. Fett ist unschön und ungesund. Deshalb sind viele Fitnessfreunde darauf erpicht, den Körperfettanteil zu verringern. Doch hier stellt sich die Frage, wie man diesen neben dem täglichen Blick in den Spiegel messen kann?

Das eigene Körperfett wurde bisher meistens beim Arztbesuch oder im Fitnessstudio gemessen. Viele möchten sich aber selbst regelmäßig überwachen. Dazu wurden Körperfettwaagen erfunden. Dieser Testbericht soll über diese relativ neue Messmethode informieren und die verschiedenen Fettmesswaagen testen bzw. bewerten.

Welche Messmethoden gibt es?

Der Körperfettanteil gibt den Anteil des Körpers wider, welcher aus Fett besteht. Ein gesunder Anteil ist abhängig von Gewicht und Größe des eigenen Körpers. Deshalb gibt man diesen als Prozentzahl an, somit wird er vergleichbar. Generell kann man aber sagen, dass ein Anteil zwischen 10 und 25 % absolut ok ist. Wer zu viel hat muss Körperfett reduzieren, um die eigene gesundheitliche Gefährdung zu reduzieren.

Welche Messmethoden gibt es nun? Zum einen kann man den Körperumfang messen. Dazu benötigt man ein Maßband und eine normale Waage. Mit einer bestimmten Formel kann man durch die Messwerte bestimmen, welchen Körperfettanteil man hat. Dies ist natürlich nur ein Überblick und kann nicht als punktgenaue Messung gezählt werden. Achtung. durch die unterschiedliche Verteilung der Fettpolster bzw. des Fettgewebes bei Frauen und Männern differieren die Formeln und die Werte bei den Geschlechtern.

Eine andere Methode ist die Messung mit einer Fettmesszange (Caliper). An bestimmten Körperregionen wird das Fleisch oder Fett im wahrsten Sinne des Wortes in die Zange genommen. Mit dazu passenden Tabellen wird ein Wert abgelesen, welcher den Körperfettanteil angibt. Diese Methode ist zwar gut von den Messergebnissen aber umständlich und teilweise alleine nicht richtig umzusetzen. Zudem sollte es nur eine erfahrene Person messen, damit die Ergebnisse korrekt sind und man sich nicht unnötig weh tut. Zudem etwas unangenehm. Zur Messung werden Falten der Brust und des Bauches genommen. Eine schöne und angenehmere Messung bietet daher die Fettmessung per Waage.

Fettmessung mit der Körperfettwaage

Körperfettwaagen laufen elektronisch. An einer normalen Personenwaage sind Elektroden befestigt. Die Elektroden sind so befestigt, dass diese mit dem Fuß Kontakt haben. Stellt man sich auf die Waage, wird von der Waage ein leichter Strom gesendet, der in den Körper geleitet wird. dieser kommt an der anderen Seite des Körpers wieder an. Bspw. startet der Strom am linken Fuß und kommt an der Elektrode des rechten Fußes wieder an. Keine Sorge. Sie werden keine Schäden davontragen. Dieses Verfahren nennt sich auch Impendanzverfahren oder -analyse. Die Waage misst sodann den Widerstand, der bei der Sendung existiert. Der Widerstand bedeutet in diesem Fall wie gut oder schnell der Strom durch den Muskel/ Körper gesendet werden kann. Muskelgruppen haben immer einen Wasseranteil. Wasser ist ein exzellenter Leiter von Strom. Fett dagegen blockiert den Stromfluß. Je schwieriger also der Strom durch den Körper gesandt wird, desto höher ist der Fettanteil.

Vorteile

  • Ein riesiger Vorteil von Fettmesswaagen ist die Einfachheit und
  • der Punkt, dass ich den Körperfettanteil zu Hause und bequem messen kann. Desweiteren braucht man keine zweite Hand, wie bspw. bei einem Caliper.

Nachteile

Die Messung auf der Waage sollte immer unter gleichen Umständen durchgeführt werden. so ist es am besten, wenn man sich morgens nach dem Aufstehen und Toilettengang wiegt. Warum?

  1. Der Wasserhaushalt des Körpers, also auch der Wasseranteil innerhalb der Muskelgruppen, variiert tagtäglich. Wenn ich viel trinke vor der Messung, wird das die Werte beeinflussen. Auch ob ich auf der Toilette war oder vorher viel geschwitzt habe. Deshalb sollte man sich, abhängig von seinem Tagesablauf, eine geeignete Zeit suchen in der man sich misst. Üblicherweise ist der Morgen sehr gut geeignet, denn ich habe 8 Stunden geruht, was ich regelmäßig tun werden. Dadurch kann man das Ergebnis wesentlich verifizieren.
  2. Desweiteren könnte die Messung invalide sein, da nur der Unterkörper gemessen wird, das Aussehen am Oberkörper aber nicht. Da sich Strom den geringsten Wiederstand sucht und die Stromspannung nicht all zu hoch bei Körperfettwaagen ist, könnte das Ergebnis durchaus nicht exakt sein.

Fakt ist, dass die Ergebnisse differieren können, aber die Kontrollfunktion für zu Hause absolut ausreichend ist. Man sollte vor allem den ersten Punkt beachten, dass man immer unter gleichen Bedienungen misst, dann kann man die Schwächen einer Waage durchaus begrenzen.

Die beliebtesten Körperfettwaagen im Vergleich

Tanita bc-1000

Die Tanita bc-1000 ist eine Analysewaage, die durch Elektroden den Wasserwiderstand im Körper misst. Sie besticht insbesondere durch ihre Analysemöglichkeiten. Durch eine enge Kooperation mit der Firma Garmin (Hersteller von Fitnessuhren und Navigationsgeräten) können die Messergebnisse schnell auf die Fitnessuhr oder den PC übertragen werden und hier ausgewertet werden. Insbesondere für längere Kontrollen und Betrachtungen eignen sich die Tools. Eine Schnittstelle per Bluetooth gibt es leider nicht. Die Messergebnisse überzeugen, wenn man die Bedingungen zur Messung einhält. Dazu gehören bspw. die gleichen Bedingungen wie Tageszeit, Wasserzufuhr und zeitlicher Abstand vom Training. Neben Körperfett, Wasseranteil und Gewicht kann die Waage auch das Stoffwechselalter, Muskelmasse und Fettanteil der Organe bestimmen.

Urteil:
  • Messwerte
  • Design
  • Kommunikation mit den Peripheriegeräten
  • Kein Bluetooth
  • Erfordert zusätzliche Peripheriegeräte

Tanita bc-601

Die Körperfettwaage funktioniert mit dem von Tanita entwickelten Interscan. Dieser ermöglicht, durch die Eingabe von Zusatzangaben wie bspw. dem Alter, die Analyse weiterer Daten. Wie auch schon die Tanita bc-1000 misst die bc-601 neben dem Körperfett und den Körperfettanteil, das Gewicht, die Muskelmasse, den Fettanteil der inneren Körperorganen und das Stoffwechselalter.

Die Waage funktioniert mit 8 Elektroden, welche durch einen sehr schwachen Stromdurchfluss den Widerstand, generiert durch den Wassergehalt des Körpers, misst. Genauigkeit versucht die Waage dadurch zu erlangen, dass Sie nicht nur den Stromfluss durch die Füße misst, sondern auch die Hände miteinbezieht. Dadurch soll die Körperbedeckung vervollständigt werden, was relativ gut funktioniert. Berücksichtigt man die Standardabweichungen und bedient die Waage richtig, kommen gute Ergebnisse dabei heraus, die einen guten Richtwert ermitteln. Ferner fällt positiv aus, dass eine SD-Karte mitgeliefert wird, welche auf 64 MB die Daten speichert. Vorsicht, die Bedienungsanleitung ist auf der SD Karte und muss erst gedruckt werden, wenn gewünscht.

Negativ fällt bei der Waage aus dem Hause Tanita auf, dass die Bedienung nicht immer intuitiv ist und die Bedienungselemente einen eher billigen Eindruck verschaffen. Das Preis-Leistungsverhältniss ist damit - ok.

Urteil:
  • Genauigkeit der Messwerte bei Einhaltung der gleichen Messbedingungen
  • SD-Karte mit 64 MB enthalten
  • Software zur Analyse der Körperwerte von Tanita
  • Speichermöglichkeit für 4 Personen
  • 3 Jahre Garantie
  • Nicht sehr wertige Bedienungselemente und Design

Soehnle body balance comfort fs5

Die nächste Waage mit Bio-Impedanz-Messung bietet die Messung von Gewicht, Fettanteil, Wasseranteil des Körpers, Muskelmasse - Anteil am Körper, den Tagesumsatz an Kalorien und eine Entwicklungsanalyse. Auch hier gibt es eine Herstellergarantie von 3 Jahren, wie bei allen Waagen. Das Design ist aussagekräftig und schick. Die Waage funktioniert mit einem externen Display, per Funk. Die Waage hat ein anmutendes Design und die Bedienbarkeit ist ebenfalls ok. Jedoch schwächelt die Waage in der Genauigkeit der Messergebnisse. Für die Speicherung von Daten mehrere Personen gibt es durchaus Nachbesserungsbedarf. Profis sollten diese Waage nicht nehmen und sich eher für andere Objekte begeistern.

Urteil:
  • Design und Bedienbarkeit
  • Möglichkeit alle wichtigen Messzahlen zu messen
  • Ungenauigkeit der Messergebnisse
  • Personenerkennung mangelhaft

Omron BF 511

Die Omron BF 511 ist wesentlich günstiger als die Tanitawaagen und bietet neben guter Verarbeitung eine schöne Bedienung und Lesbarkeit. Sie misst mit acht Sensoren den Kšrperfettanteil, durch Sensoren an Händen und Füßen. Dadurch wird der leichte Stromdurchfluss nicht nur an den Füßen - also unten - gemessen, sondern auch in der Mitte des Körpers. Das Gerät misst neben dem Körperfettanteil auch das Organfett des Körpers, ferner den BMI, das Körpergewicht, Tagesverbrauch Kalorien und die Skelettmuskelmasse. Im Gegensatz zu anderen Waagen misst die Waage nicht den Körperwasseranteil. Die Werte müssen nach dem Messen und vorheriger Eingabe des Alters, Gewicht und der Körpergösse anhand einer Normskala beurteilt werden.

Genaue Messergebnisse mit der Waage erhält man nur, wenn man die Regeln der Bio-Impedanz-Analyse einhält. Die Ergebnisse sind für Hobbysportler absolut ausreichend, insbesondere für diesen Preis, und geben die Richtwerte an, an denen man sich orientieren kann. Sportler, die ihren Sport etwas genauer nehmen und professioneller an das Thema herangehen, sollten sich auch Vergleichsobjekte anschauen.

Urteil:
  • Preis-Leistungsverhältnis
  • Messung an Händen und Füßen
  • Gute Memory-Funktion
  • Bedienung
  • Keine Messung des Körperwasseranteils möglich
  • Kalibrierung
  • Kleinere Messabweichungen möglich

Trivia

Was ist Fett?

Fettgewebe ist ein Bindegewebe des Körpers, welches dieser ansammeln kann, speichert und bei Bedarf dem Körper zurückführen kann.

Ein hoher Fettanteil des eigenen Körpers führt früher oder später zu gefährlichen Erkrankungen. Es gibt viele Studien zu diesem Thema und alle führen zu dem Ergebnis, dass viel Körperfett zu Diabetes führen kann, das Risiko der Erkrankung an Herzkrankheiten wesentlich erhöht ist oder zu einer Verstopfung der Blutkranzgefässe führen kann. Gerade Cholesterin kann den Blutfluss und damit die Versorgung der Organe wesentlich stören. Am gefährlichsten zählt das Fett am Bauch und Taille. Denn hier lagert sich das Fett zwischen den inneren Organen ab. Insbesondere bei Männern ist diese Region gefährlich. Bei Frauen lagert sich das Fett eher im Pobereich ab.

In diesen Fällen redet man von Depotfett, welches für den Körper langfristig keine Funktion hat. Für schlechte Zeiten wird das Fett angesammelt und kann damit zur Qual werden.

Hier soll kurz klar gestellt werden, dass Fett auch wichtige Funktionen im menschlichen Körper wahrnimmt. Strukturfett lagert sich an Gelenken und besonders belasteten Körperregionen an, um diese zu schonen und zu entlasten. Isolierfett existiert um den Körper zu schützen oder zu wärmen. Es ist also normal, dass man im Winter etwas zulegt und im Sommer abnimmt.

Um Fett also abzubauen muss ich dieses nun verbrauchen. Das bedeutet, dass der Stoffwechsel erhöht werden muss und Kalorien verbraucht werden müssen. Dies gelingt mir durch Sport. Zusätzlich muss die Ernährung umgestellt werden. Man sollte also anfangen seine Ernährung umzustellen und Sport zu treiben. Ein wichtiger Faktor dabei ist Kontinuität. Dies erreicht man unter anderem durch eine ständige Kontrolle. In unserem Fall heißt Kontrolle den eigenen Anteil des Körperfetts zu messen.

Quellennachweis:
Foto Amazon - Omron BF 511
Die auf dieser Seite publizierten Testergebnisse sind Ergebnisse aus eigenen durchgeführten Tests und Erfahrungen zu Produkten sowie eine Sammlung von recherchierten Erfahrungsberichten und Rezensionen einzelner Kunden zu dem jeweiligen Produkt.

Diskutieren Sie "Körperfettwaagen im Test"

Insgesamt wurde bisher 1 Kommentar abgegeben.

Messwerte
von Rene am 01.08.2012, 09:27 Uhr
Ja, ich stimme da meinem Vorredner zu. Die Messwerte sind hier schon ganz gut, lohnt sich. Man muss halt, wie im Testbericht beschrieben, darauf achten unter gleichen Bedinungen zu Messen. Dann erhält man auch valide Zahlen. Letztendlich finde ich das angenehmer als die Waagen im Fitnesstudio, zumal da auch viele Leute drauf stehen. Keine schöne Vorstellung.
 
Waagen von Tanita
von Matthias am 11.06.2012, 09:14 Uhr
Ich empfehle Fettwaagen von Tanita, sind meiner Meinung nach auch Marktführer in dem Segment. Die BC 1000 ist etwas schwerer für den Geldbeutel, aber es ist eben eine Investition in Qualität.